Medien und Öffentlichkeiten in der Migrationsgesellschaft

Rahmenverständnis des Clusters

Berichterstattung, die vor allem auf Frames und Narrative reagiert (Asyltourismus, Anti-Abschiebe-Industrie, Flüchtlingswellen); soziale Netzwerke, die zu beherrschenden Informationsgebern werden, und die gleichzeitig strategisch für Interessenkommunikation eingesetzt werden können: Der Strukturwandel der Öffentlichkeiten führt dazu, dass auch Fragen rund um Medien und die Netzwerkplattformen hoch virulent werden für die Bewertung dessen, was in der Gesellschaft über Flucht und Migration gedacht, gesagt und geurteilt wird.

Diesen Komplex will sich das Forschungscluster widmen. Dabei stehen aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive neben den Medien der Berichterstattung auch die digitalen Plattformen (Facebook, Twitter, Youtube, etc.) im Fokus. Zudem soll eine gesellschaftswissenschaftliche Sichtweise Sorge dafür tragen, dass eine ethische Komponente berücksichtigt wird und dass Schlüsselkonzepte wie Gemeinwohl, Zusammenhalt und Verantwortung in ihrer medialen Repräsentation untersucht werden.

Beispiele aus dem weiten Feld der kommunikationswissenschaftlichen Forschung, die in diesem Forschungscluster aufgegriffen werden können:

  • Personalisierte Öffentlichkeiten und die Rolle von Social Mediaplattformen;
  • Frames und Narrative der Migrationsdebatten;
  • die Rolle von Medien in den Herkunftsländern (African Media Initiative) (Medien als Pullfaktoren (Bild von Europa);
  • Medien als Begleiter bei der Flucht;
  • die Rolle von Medien bei der Flucht und bei der Ankunft.

 

Clustersprecher:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen ist Hochschullehrer am Studiengang Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Er beschäftigt sich in der Forschung mit Verantwortungskommunikation (auch zu Migration), Medien- und Digitalethik, Öffentlichkeit, Medienorganisationen, -management und -ökonomie theoretisch und empirisch. Von 2010-2014 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), von 2011-2013 Dekan der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft der KU. Seit 2015 ist er Sprecher des Kleinen Konvents der Schader Stiftung, seit November 2016 Leiter des Zentrums für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zusammen mit Prof. Dr. Alexander Filipović, Hochschule für Philosophie München). Seit Januar 2017 ist Altmeppen Leiter (interimistisch) des Zentrums Flucht und Migration Eichstätt-Ingolstadt (gemeinsam mit Prof. Dr. Rita Rosner, Psychologie). Seit 2011 ist er geschäftsführender Herausgeber von „Communication Socialis. Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft.“

Kontakt: klaus-dieter.altmeppen@ku.de