Historische Migrationsforschung

Rahmenverständnis des Clusters

Migration ist ein zentrales Thema der heutigen Politik geworden. Häufig wird dabei der Eindruck erweckt, als handele es sich bei den aktuellen Wanderungsvorgängen um eine krisenhafte Ausnahmesituation. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass Mobilität und Migration von jeher eine menschliche Konstante waren. Homo sapiens ist ein homo migrans. Dass Migration eher als Ausnahme- denn als Normalzustand betrachtet wurde, spiegelt sich auch in der Geschichtswissenschaft wider. Lange fristete die Migrationsgeschichte gerade im deutschsprachigen Raum ein Nischendasein. Seit den 2000er Jahren hat sich dies geändert, und spätestens seit 2015 ist die Zahl der Forschungsprojekte sprunghaft angestiegen. So kann die Geschichtswissenschaft einen Beitrag dazu leisten, gegenwärtige Herausforderungen zu kontextualisieren und damit auch zu normalisieren.

Das NeMiF versteht sich als Plattform, um der historischen und zeitgeschichtlichen Migrationsforschung in Bayern größere Sichtbarkeit zu verschaffen und Möglichkeiten der Kooperation auszuloten.

 

Dr. Julia Devlin

Clustersprecherin:
Dr. Julia Devlin ist Geschäftsführerin des Zentrums Flucht und Migration. Sie studierte Geschichte Ost- und Südosteuropas, Neuere und Neueste Geschichte, Kunstgeschichte und Slavistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der School of Slavonic and East European Studies London und der Moskovskij Linguističeskij Universitet Moskau. Sie hat über britische Migration nach Russland im 19. Jahrhundert promoviert. Ihr aktuelles Forschungsprojekt befindet sich an der Schnittstelle zwischen Memory Studies und Geschichte und fragt nach der Bedeutung des Familiennarrativs in der Diaspora. Zudem erforscht sie die Geschichte der Displaced Persons nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kontakt: Julia.Devlin@ku.de.